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Review (PC)

Wir schreiben das Jahr 2005. Damals erschien ein schon auf der Konsole heftig umstrittenes Spiel nun auch für den PC. An Driv3r schieden sich die Geister. Für die einen war es ein spaßiges Action-Rennspiel, für die anderen eine technische Problemzone. Schon auf der Konsole litt der Spielspaß unter störenden Bugs und technischen Patzern. Auf dem PC sollte alles besser werden - das Gegenteil war der Fall. Die Spieler mussten sich mit unzeitgemäßer Grafik und einer miserablen Steuerung herumschlagen, Spielspaß kam da nur noch selten auf, Frust war an der Tagesordnung. So landete das Spiel recht schnell auf dem Krabbeltisch. Nach nunmehr einem Jahr nach der Veröffentlichung des vierten Driver-Teils Driver Parallel Lines für Playstation 2 und Xbox wagt Reflections unter dem neuen Label "Ubisoft Reflections" noch einmal den Schritt auf den PC. Ob es diesmal besser gelaufen ist, erfahrt ihr in unserem ausführlichen Test.

Installation und erster Spielstart

RosalitaDie PC-Version wird in einer hübschen DVD-Box ausgeliefert. Der europäischen Ausgabe hat man zudem ein neues Cover verpasst. Nach dem Einlegen der DVD in das Laufwerk startet automatisch die Installationsroutine. Ein stylisches Autostartmenü hilft dem Anwender bei der Installation. Die verläuft problemlos und schnell. Innerhalb weniger Minuten sind die insgesamt 4,6 GB auf die Festplatte geschaufelt. Anschließend wird dem Spieler noch die Möglichkeit gegeben, sein Spiel bei Ubisoft zu registrieren. Dies ist optional und kann jederzeit erfolgen. Nachdem wir zum ersten Mal das neue Icon auf unserem Desktop angeklickt haben, fällt uns auch sogleich der erste Unterschied zur Konsolenfassung auf: Die PC-Version besitzt wieder ein übersichtliches Hauptmenü, welches im Vergleich zu Driv3r zwar nicht mehr allzu umfangreich ist, dafür aber wesentlich einfacher zu bedienen ist. Die Navigation mit der Maus funktioniert diesmal problemlos.

Das Menü

New York 2006Über das Hauptmenü kann ein neues Spiel gestartet werden, aber auch ein alter Spielstand geladen werden. Diese werden im übrigen im Ordner "Eigene Dateien" auf der Festplatte abgespeichert. Die Speicherung erfolgt wie auf der Konsole automatisch nach einer bestandenen Mission, kann aber außerhalb der Missionen auch jederzeit vom Spieler vorgenommen werden. Am interessantesten ist wohl das recht umfangreiche Optionsmenü. Unter dem Menüpunkt "Spiel" können einige Effekte wie "Bewegungsunschärfe" oder die Lichteffekte bei Unfällen geregelt werden. Wer ein Joypad mit Vibrationsfunktion besitzt, kann diese dort aktivieren bzw. deaktivieren. Neu ist die Möglichkeit, die Verkehrsdichte per Schieberegler nach seinen Bedürfnissen anzupassen. Im Unterpunkt "Steuerung" kann ein Eingabegerät ausgewählt und angepasst werden. Driver Parallel Lines kann mit Hilfe von Tastatur und Maus, aber auch mit dem klassischen Gamepad gesteuert werden. In unserem Test erkannte das Spiel unser über einen Adapter angeschlossenes PS2-Gamepad problemlos. Die Tastenbelegungen wurden diesmal sehr sinnvoll gewählt, so dass hier kaum eine Anpassung nötig ist. Im Grafik-Menü kann die Spieldarstellung je nach System angepasst werden. Allerdings sind die Möglichkeiten eher beschränkt. Neben Auflösung, Texturqualität, Schatten, vertikaler Synchronisation und Kantenglättung können auch die Shader-Version, das Normal Mapping oder das Bildseitenverhältiss (4:3 oder 16:9) eingestellt werden. Wer keinen Breitbildmonitor besitzt, sieht leider die schon von der Konsole bekannten schwarzen Balken oder muss sich mit einem verzerrten Bild begnügen. Im Soundmenü ist es schließlich möglich, eine Soundquelle auszuwählen und die Lautstärke der Sounds und der Musik anzupassen. Alles in allem ist das Menü logisch strukturiert und bietet jede Menge Einstellmöglichkeiten, hätte aber gerade in Sachen Grafik doch etwas umfangreicher ausfallen können. Der Clou ist, dass all diese Optionen auch im Pausenmenü anwählbar sind. So kann z.B. eine Anpassung der Grafik auch direkt im Spiel erfolgen. Hier können zudem noch Cheats aktiviert werden. Die unterscheiden sich im übrigen gegenüber der Konsolenfassung nicht. Ebenso können hier einige interessante Spielstatistiken eingesehen werden.

Die Grafik

Unterwegs mit dem MotorradHat man zum ersten Mal ein Profil angelegt und die erste Mission gestartet, sticht dem Konsolenspieler sogleich die aufgehübschte Grafik ins Auge. Im Vergleich zur PC-Version des Vorgängers erkennt man diesmal deutliche Unterschiede zum großen Konsolenbruder. Knackig scharfe Texturen, hübsche Lichteffekte und eine enorme Weitsicht machen Freude, die angenehmere Farbgestaltung erhöht den Realismusgrad gegenüber der comichaften Konsolengrafik. Die Hardwareanforderungen sind dafür vergleichsweise niedrig. Schon auf einem 2 GHz Rechner mit 1 GB Arbeitsspeicher und einer Radeon X800 lief das Spiel in vollen Details angenehm flüssig, nur seltene Nachladeruckler störten das ansonsten technisch einwandfreie Spielerlebnis. Auf einer Radeon X1950 Pro gehörten auch diese kleineren Aussetzer der Vergangenheit an. Im Vergleich zu aktuellen PC-Spielen wirkt die Grafik allerdings nicht mehr zeitgemäß. Bedenkt man jedoch, dass dieses Spiel ursprünglich für eine mittlerweile genauso veraltete Playstation 2 entwickelt wurde, kann man mit Fug und Recht behaupten, dass Reflections hier diesmal eine technisch saubere Portierung gelungen ist, die im Gegensatz zur Konsolenversion mit einigen optischen Schmankerln aufwarten kann.

Die Steuerung

Ground ZeroWie schon erwähnt kann das Spiel sowohl mit der Kombination aus Tastatur und Maus als auch mit einem Gamepad gesteuert werden. Die erste Variante funktioniert im Vergleich zu Driv3r diesmal hervorragend. Alle Tasten wurden sinnvoll belegt, die Steuerung zu Fuß ist im Gegensatz zur Konsole sehr präzise. Insbesondere das manuelle Zielen mit Hilfe der Maus klappt sehr gut. Allerdings wurde auch die automatische Zielfunktion aus der Konsolenfassung übernommen, was nicht immer ein Vorteil ist. Des öfteren wird das falsche Ziel anvisiert, der Wechsel zwischen den einzelnen Zielen erfolgt umständlich über die Tastatur. Hier hätten wir uns noch die Möglichkeit gewünscht, zwischen dem automatischen Zielen und dem komplett manuellen Zielen auszuwählen. Die Fahrzeugsteuerung über die Tastaur ist gegenüber der Konsole unpräzise. Die Analogsticks eines Gamepads ermöglichen logischerweise eine wesentlich gefühlvollere Steuerung der Vehikel. Die Tastatur dagegen kennt nur Vollgas und Vollbremsung. Somit wird jeder Start zum Kavaliersstart, was häufig zur Folge hat, dass man ungewollt die Aufmerksamkeit der Gesetzeshüter auf sich zieht. Insgesamt lassen sich dennoch alle Fahrzeuge nach einer kurzen Eingewöhnungsphase gut durch den dichten Großstadtverkehr manövrieren. Bei gedrücktem Mausrad kann man die Kamera nun frei um sein Auto herumbewegen und es somit von allen Seiten betrachten. Auch das Schießen aus dem Auto heraus funktioniert dank präziser Maussteuerung sehr gut und macht jede Menge Spaß.

Das Spiel

Times SquareInhaltlich hat sich leider nur wenig getan. Alle bekannten Hauptmissionen wurden 1:1 übernommen, auch stehen dem Spieler wieder jede Menge Mini-Spiele zur Verfügung. Die Stadt wirkt dank verbesserter Grafik diesmal wesentlich lebendiger. Zur Orientierung steht dem Spieler wieder eine Karte zur Verfügung, welche während des Spiels über die Tab-Taste aufgerufen werden kann. Diese dient jedoch nicht nur der Navigation durch die Häuserschluchten von New York, sondern auch als Teleporter. So kann man sich in eine der drei Garagen, diesmal aber auch an jeden beliebigen Startpunkt von Haupt- und Nebenmissionen beamen. Störend wirkt nur die KI der Passanten. Sie reagieren kaum auf Aktionen des Spielers. Zieht man seine Waffe oder macht mit seinem Fahrzeug einen Ausflug auf den Bürgersteig, so ergreifen sie kurzzeitig die Flucht oder geben auch ab und zu Mal ein paar Laute von sich. Doch insgesamt wirken diese Figuren eher wie Roboter, die auf ihren vorbestimmten Pfaden sinnlos durch die Straßen spazieren. Die Polizei agiert dagegen vergleichweise clever. Wie auch auf der Konsole gehen sie aggressiv zu Werke und versuchen den Spieler mit riskanten Manövern und Straßensperren aufzuhalten. Auch der Polizeihubschrauber und die SWAT-Spezialeinheiten sind wieder mit von der Partie. So machen Verfolgungsjagden im Auto wieder jede Menge Spaß, solange man es nicht verlässt. Außerhalb des Fahrzeugs haben die Jungs von der Wache nicht viel dazugelernt. Neben den üblichen Spielchen mit der Polizei kann man die Zeit zwischen den Missionen auch einfach nur mit gemütlichem Herumcruisen durch die Stadt verbingen. Der immer noch exzellente Soundtrack garantiert, dass es einem dabei so schnell nicht langweilig wird. Leider können keine eigenen Songs eingefügt werden, ein MP3-Feature wäre wünschenswert gewesen. Zudem beinhaltet die deutsche Version leider nur die gut gemeinte, aber schlecht umgesetzte deutsche Synchronisation auf Amateurniveau. Seine Abenteuer in New York kann man wieder mit Hilfe der Action-Kamera (auch Thrill-Cam genannt) einfangen, einen Regisseur-Modus wie noch im Vorgänger gibt es leider wieder nicht.

Fazit

Vergleicht man das Spiel mit seinem Konsolenvorbild wird man nicht viel neues entdecken. Inhaltlich ist es immer noch das gleiche Spiel mit den gleichen Stärken und Schwächen. Den Ruf des GTA-Klons wird Driver Parallel Lines auch auf dem PC nicht los. Vergleicht man es allerdings mit der PC-Version des Vorgängers Driv3r, so scheinen die Jungs bei Reflections aus ihren Fehlern gelernt zu haben. Rein technisch ist Driver Parallel Lines eine einwandfreie Portierung geworden. Auch wenn das Spiel grafisch nicht mehr mit aktuellen PC-Titeln mithalten kann, so sieht das Spiel doch immer noch hübsch aus und versetzt den Spieler recht schnell zurück in die 70er. Auch bei der Anpassung der Steuerung an PC-Verhältnisse hat man sich augenscheinlich mehr Mühe gegeben, so dass ihr euer Gamepad diesmal getrost im Schrank liegen lassen könnt. Wer also schon auf der Konsole seinen Spaß mit Driver Parallel Lines hatte, darf gerne zugreifen. Er wird dann mit einer technisch ausgereiften Portierung und einem immer noch spaßigen Action-Rennspiel im GTA-Stil belohnt.


 
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